EU leitet Verfahren gegen Google wegen KI-Datennutzung ein

Die EU prüft, ob Google durch die Nutzung von Online-Inhalten für KI gegen Wettbewerbsregeln verstößt. Hier erfahren Sie mehr!

EU leitet Verfahren gegen Google ein

Die Suchmaschine Google hat sich in den letzten Monaten stark weiterentwickelt. Zum Teil mit dramatischen Folgen für Web-Publisher und Blogs. Mit Funktionen wie AI Overview und AI Mode liefert Google Antworten auf Suchanfragen direkt als KI-generierte Zusammenfassungen, oft prominent platziert über klassischen Link-Listen zu externen Websites.

Beispiel AI Overviews
Beispiel AI Overviews

Am 9. Dezember 2025 hat die Europäische Kommission (EK) deshalb ein formales kartellrechtliches Verfahren gegen Google eingeleitet. Im Fokus steht Nutzung von Inhalten Dritter, von Web-Publishern und unter Umständen auch Videos hochgeladen auf YouTube, zur Schulung bzw. Nutzung für KI-gestützte Suchfunktionen. Dabei wird geprüft, ob Google seine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat. 

Warum die EU-Maßnahmen gerechtfertigt und notwendig sind

Die Entscheidung der Europäischen Kommission halte ich für absolut richtig und überfällig. Denn:

  • Google nutzt Inhalte Dritter, um kommerziell attraktive KI-Produkte (AI Overview, AI Mode etc.) zu betreiben ohne dabei die Urheber fair zu vergüten.
  • Damit entzieht Google Publishern und Blogs einen Teil ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage und riskiert damit die Vielfalt und Qualität im Web.
  • Ein System, das Innovation zulässt und KI-gestützte Suche ermöglicht und gleichzeitig faire Rahmenbedingungen für Content-Creator sicherstellt, ist daher dringend nötig.

Das erinnert stark an die Situation betreffend von KI-Musik, hier klagt die GEMA aktuell gegen die KI-Musikplattform Suno AI.

Warum gerade kleine Publisher & Blogs betroffen sind

Schon seit einiger Zeit berichten Betreiber kleiner und mittelgroßer Blogs, Fachseiten oder Nischenportale von massiven Traffic-Einbrüchen. Gerade Wissensblogs erleben einen massiven Einbruch ihrer Klicks. Mit KI-Zusammenfassungen und dem prominenten AI Mode droht nun das nächste Level:

Wenn Nutzer:innen auf die KI-Antwort klicken und nicht mehr auf die Originalquellen, sinkt der Besuch auf der Website. Weniger Klicks = weniger Werbeeinnahmen. Für viele Content-Ersteller, die mit Herzblut recherchieren, fachlich schreiben oder Wissen kuratieren, kann das existenzbedrohend sein.

Hinzu kommt, dass der Aufwand für gute Inhalte hoch ist und ohne eine entsprechende Vergütung wird das Internet an Qualität einbüßen. Während Google KI-Features mit fremden Inhalten aufpoliert, profitieren die Originalautoren oft nicht.

Was jetzt passieren sollte für einen fairen Wettbewerb

Mein Standpunkt: Innovation darf nicht auf Kosten von Medienvielfalt und journalistischer Arbeit gehen. Die EU-Initiative könnte ein wichtiger Schritt sein Bedingungen für faire Vergütungen, Transparenz und Schutz für kleine und unabhängige Anbieter zu schaffen. Daraus sollte folgen:

  • Ein Opt-in/Opt-out-System für Publisher: Inhalte dürfen nur dann für KI-Training oder KI-Zusammenfassungen genutzt werden, wenn die Urheber zustimmen.
  • Faire Lizenzmodelle bzw. Vergütungsmodelle: Wer Inhalte liefert, sollte am Erfolg der KI-Zusammenfassungen beteiligt werden. Monetär oder durch andere Formen der Anerkennung.
  • Transparenz: Nutzer sollten sehen können, ob eine KI-Zusammenfassung basiert auf Content Dritter basiert und idealerweise mit prominenter Nennung der Quellen.
  • Schutz für kleinere Anbieter: Nicht nur große Verlagshäuser, sondern auch Einzelblogger, Fachautoren und Nischenportale müssen eine faire Chance behalten.

Fazit

Gerade für Blogger, Wissensportale und Fachautoren ist das existenziell, denn sie bringen Know How, Erfahrung und Qualität ins Web. Ohne faire Rahmenbedingungen droht eine Verarmung der Inhaltsqualität. Sollte daher das Verfahren erfolgreich sein, könnte das die finanzielle Situation von Publishern verbessern und letztendlich auch das Internet besser machen.

Ronald Koch