KI macht Werbung effizient, allerdings auch austauschbar. Warum die übermäßige KI-Nutzung im Marketing Vertrauen kostet und kontraproduktiv sein kann, beschreibe ich in diesem Artikel.

Künstliche Intelligenz ist aktuell das dominierende Thema im Marketing und in der Werbung.
Texte, Bilder, Videos, Anzeigen und ganze Websites lassen sich heute in Sekunden generieren.
Was technisch beeindruckend klingt, hat jedoch eine Kehrseite.
Das Internet wird zunehmend mit KI-Inhalten überflutet. Zumeist befinden sich darunter generische, oft seelenlose Texte sowie täuschend echt wirkende Bilder, Videos und Musik. Besonders im kommerziellen Bereich kann dadurch der Eindruck gewonnen werden:
Unternehmen setzen auf KI, weil sie glauben, dass das für ihre Kunden ausreicht, statt in echte kreative Arbeit zu investieren.
Eine perfekte Einleitung gibt dazu der YouTuber Ultralativ in seinem Video: Mit der Kernaussage, dass Filmstudios, YouTuber und Unternehmen ihre Kanäle zunehmend mit KI-Inhalten füllen – offenbar mit der Einstellung: Für euch reicht’s
Nutzer werden KI-Inhalten zunehmend überdrüssig
Das Problem ist nicht, dass KI existiert.
Das Problem ist, dass Menschen immer häufiger merken, wenn sie es mit KI-Inhalten zu tun haben, man spricht hier auch von KI-Fatigue.
Die Muster wiederholen sich:
- glatte, austauschbare Texte
- perfekte, aber unnatürliche Bilder
- Videos ohne echte Präsenz oder Emotion
Was früher vielleicht beeindruckt hat, wirkt steril und austauschbar.
Die Folge:
Nutzer schalten innerlich ab. Nicht aus Ablehnung gegenüber Technik, sondern aus Ermüdung gegenüber Inhalten, denen man ansieht, dass sie mit minimalem Aufwand produziert wurden.
Hier ein Beispiel (NTV) der letzten Coca Cola Werbung zu Weihnachten, welche einen enormen Shitstorm erzeugt hat.
KI in Werbung und Marketing: Wenn Effizienz wichtiger wird als Glaubwürdigkeit
Aus Unternehmenssicht ist der Einsatz nachvollziehbar:
- weniger Kosten
- höhere Geschwindigkeit
- einfache Skalierbarkeit
KI schreibt Werbetexte, erstellt Social-Media-Content, generiert Produktbilder und ersetzt in Imagevideos reale Schauspieler durch KI-Darsteller.
Doch Werbung ist kein Produktionsprozess – sie ist ein Beziehungsprozess.
Werbung soll:
- Vertrauen aufbauen
- Emotionen auslösen
- Nähe schaffen
Und genau hier beginnt das Problem.
Die unterschwellige Botschaft von KI-Werbung
Werbung ist mehr als nur die Vorteile eines Produkts anzupreisen.
Sie sendet auch ein Signal darüber, wie ernst ein Unternehmen seine Zielgruppe nimmt.
Wenn Nutzer erkennen, dass:
- Texte vollständig KI-generiert sind
- Bilder offensichtlich künstlich wirken
- Videos mit KI-Avataren statt echten Menschen produziert wurden
entsteht ein unausgesprochener Gedanke:
„Wenn man sich für die Werbung keine Mühe gibt –
wie viel Mühe steckt dann im Produkt?“
KI-Werbung vermittelt oft genau das:
- „Das reicht schon.“
- „Dafür investieren wir kein Budget.“
- „Unsere Kunden erwarten nichts Besseres.“
KI-Werbung macht Marken austauschbar
Wenn viele Unternehmen dieselben KI-Tools nutzen, passiert zwangsläufig Folgendes:
- Inhalte ähneln sich
- Bildwelten gleichen sich
- Aussagen verlieren Schärfe
Das Ergebnis ist Mittelmaß in Serie.
Marken verlieren:
- Charakter
- Wiedererkennbarkeit
- Identität
Dabei leben starke Marken nicht von Effizienz, sondern von Haltung, Erfahrung und echten Menschen.
Der eigentliche Wettbewerbsvorteil: Menschliche Arbeit
Heute nutzt fast jeder KI.
Genau deshalb wird KI unsichtbar.
Der wirkliche Unterschied entsteht dort, wo Unternehmen:
Echte Menschen zeigen
Echte Werte und Expertise vertreten
Echte Geschichten erzählen
Menschliche Arbeit ist nicht immer schnell oder perfekt, aber glaubhaft und genau das macht sie zu einem Qualitätsmerkmal.
Fazit: KI spart Aufwand – aber kostet Vertrauen
KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz.
Sie kann helfen, aber gute Werbung entsteht durch Menschen für Menschen.
Denn Glaubwürdigkeit lässt sich nicht automatisieren.
Oder anders gesagt:
KI-Werbung scheitert nicht an der Technik,
sondern an der Haltung dahinter:
„Für unsere Kunden reicht das schon.“
Werbung zeigt nicht nur das Produkt, sondern auch, wer das Unternehmen ist.
– Ronald Koch
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